Chronik Panzerbrigade 18

Nach dem Beschluss der deutschen Wiederbewaffnung erfolgte am 1. Juli 1956 die Aufstellung der Kampfgruppe Kampfgruppe B 1 in Neumünster. Nach guten zwei Jahren erfolgte am 1. April 1958 die Umbenennung in Kampfgruppe B6. Zu diesem Zeitpunkt waren der Kampfgruppe folgende Verbände unterstellt:

Mit Einführung der Heeresstruktur 2 wurde im Jahre 1959 die Stabskompanie geteilt. Die eine Hälfte verblieb in Neumünster und bildete dort den Stamm für die Panzerbrigade 18 ( ab dem 16. März 1959), während  die andere Hälfte nach Hamburg wechselte und dort die Basis für die Panzergrenadierbrigade 17 bildete.

Die Panzerbrigade 18 wurde der 6. Panzergrenadierdivision unterstellt und bestand fortan aus:

  • Panzergrenadierbataillon 182 (Bad Segeberg, ehemals Grenadierbataillon 46)
  • Panzerbataillon 183 (Boostedt, ehemals Panzerbataillon 13)
  • Panzerbataillon 184 (Neumünster, ehemals Panzerjägerbataillon 3)
  • Panzerartilleriebataillon 185 (Boostedt)
  • Versorgungsbataillon 186 (Aufstellung 1. April 1959, Neumünster)
  • Panzeraufklärungskompanie 180 (Aufstellung 16. September 1958)
  • Panzerpionierkompanie 180
  • Flugabwehrbatterie 180
  • ABC-Abwehrkompanie 180
  • Stabskompanie

Mit der Heeresstruktur 3 erfolgte 1972 eine erneute Umgliederung der Brigade. Das Versorgungsbataillon wurde aufgelöst und stattdessen zwei Kompanien gebildet, die direkt dem "Führer Brigadeeinheiten" unterstanden.

Das war zum Einen die Instandsetzungskompanie 180 (früher 3./Versorgungsbataillon 186) in Boostedt und die Nachschubkompanie 180 (früher 4./Versorgungsbataillon 186) in Neumünster. Am 1. Oktober 1976 wurde zusätzlich die Instandsetzungsausbildungskompanie 6/6 unterstellt.

Mit Einführung der Heeresstruktur 4, die auf größere Flexibilität beim Einsatz der Kräfte ausgelegt war und ein schnelleres Bilden und Verlagern von Schwerpunkten im Gefecht ermöglichen sollte, gliederte die Panzerbrigade 18 zwischen 1980 und 1981 um.
 
Zu den Zielen dieser Struktur heißt es:
 
Die Umgliederung des Feldheeres in die Heeresstruktur 4 begann am 1. Oktober 1980 und war bereits Ende 1981 abgeschlossen. Die wesentlichen Veränderungen ergaben sich auf der Ebene der Brigaden und der Bataillone. Unter Beibehaltung eines hohen Präsenzgrades sollten kleinere Kampfverbände in größerer Zahl und einer somit höheren Führerdichte entstehen. Die Anzahl der Kampftruppenbataillone erhöhte sich in den Brigaden von drei auf vier. Des weiteren wurden gemischte Panzer- und Panzergrenadierbataillone eingerichtet. Die 36 aktiven Brigaden gliederten sich in 17 Panzer-, 15 Panzergrenadier-, drei Luftlande- und eine Gebirgsjägerbrigade.
[Quelle: bundesarchiv]
 
Am 1. April 1981 stellte die Panzerbrigade 18 im Zuge der Umgliederung in die Heeresstruktur 4 zwei neue Kampfbataillone auf, das Panzerbataillon 181 und das Jägerbataillon 67. Das Jägerbataillon 67 war ein mit Teilen (3. Kompanie) mobilmachungsabhängiger Verband der 6. Panzergrenadierdivision, der der Brigade im Frieden unterstellt war.
Die ehemalige Panzerjägerkompanie 170 der Panzergrenadierbrigade 17 in Bad Segeberg wurde 1980 der Panzerbrigade 18 unterstellt.
 
In der Struktur 4 unterstanden damit der Brigade:
  • Stabskompanie (Neumünster, Sick-Kaserne)
  • Panzerbataillon 181 (Neumünster, Sick-Kaserne; Kampfkompanien bei den Bataillonen 182, 183 und 184)
  • Panzergrenadierbataillon 182 (Bad Segeberg, Lettow-Vorbeck-Kaserne)
  • Panzerbataillon 183 (Boostedt, Rantzau-Kaserne)
  • Panzerbataillon 184 (Neumünster, Scholtz-Kaserne), ab 1983 Boostedt, Rantzau-Kaserne)
  • Panzerartilleriebataillon 185 (Boostedt, Rantzau-Kaserne)
  • Feldersatzbataillon 65 (Neumünster)
  • Jägerbataillon 67 (Breitenburg-Nordoe, Freiherr-von-Fritsch-Kaserne)
  • Panzerpionierkompanie 180 (Lübeck, Trave-Kaserne)
  • Panzerjägerkompanie 180 (Bad Segeberg, Lettow-Vorbeck-Kaserne)
  • Ausbildungskompanie StDst/MKF 2/6 (Bad Segeberg, Lettow-Vorbeck-Kaserne)
  • Nachschubkompanie 180 (Neumünster, später Boostedt, Rantzau-Kaserne)
  • Instandsetzungskompanie 180 (Neumünster, später Boostedt, Rantzau-Kaserne)

Der Beiname "Holstein" wurde der Panzerbrigade 18 am 26. April 1988 verliehen. Damit war die Panzerbrigade 18 neben der Panzergrenadierbrigade 16 Herzogtum Lauenburg die zweite Brigade der 6. Panzergrenadierdivision mit einem Zusatznamen.

In der Heeresstruktur V wurde die Brigade zu einer teilaktiven mechanisierten Brigade umgegliedert. Dazu wurde das Panzerbataillon 184 im Jahre 1992 als nicht-aktiver Verband dem Panzerbataillon 183 unterstellt. Das Material des Bataillons war konserviert gelagert in der Rantzau-Kaserne in Boostedt.

Weiterhin wurden die Kompanien des Panzerbataillons 181 bis 1991 aufgelöst. Das Jägerbataillon 67 wurde am 30. Januar 1992, das Panzerbataillon 181 im März 1992 endgültig aufgelöst.

Das Panzergrenadierbataillon 172 (ehemals Panzergrenadierbrigade 17) verlegte mit Teilen des Panzergrenadierbataillons 171 von Lübeck nach Bad Segeberg. Diese Panzergrenadierbataillone 171 und 172 wurde zum 1. Oktober 1992 der Panzerbrigade 18 als nicht-aktive Truppenteile dem Panzergrenadierbataillon 182 unterstellt.

Inklusive der bis 1997 aufgelösten Einheiten unterstanden zwischen 1990 und 1997 der Brigade damit (zeitweilig):

  • Instandsetzungskompanie 180
  • Panzerpionierkompanie 180
  • Nachschubkompanie 180
  • Panzerjägerkompanie 180
  • Ausbildungskompanie StDst/MKF 2/6
  • Panzerbataillon 181
  • Panzergrenadierbataillon 182
  • Panzerbataillon 183
  • Panzerbataillon 184
  • Panzerartilleriebataillon 185
  • Jägerbataillon 67
  • Feldersatzbataillon 65

Als 1997 die 6. Panzergrenadierdivision aufgelöst wurde, wechselte die Brigade zur 14. Panzergrenadierdivision „Hanse“.

Sie gliederte sich wie folgt:

  • Standortsanitätszentrum
  • Feldersatzbataillon 180
  • Panzergrenadierbataillon 182
  • Panzerbataillon 183
  • Panzerbataillon 184
  • Panzerartilleriebataillon 515
  • Kraftfahrausbildungszentrum
  • Panzerpionierkompanie 510

1997 wurden Kräfte bei der Oderflut eingesetzt. 2000/2001 wurde die Brigade in Bosnien und Herzegowina als SFOR Einheit eingesetzt. Die Brigade unterstützte beim Hochwassereinsatz an der Elbe im August 2002. 2003 verlegte der Stab Panzerbrigade 18 von Neumünster nach Boostedt. 2003/2004 wurde die Truppe für die ISAF Mission in Afghanistan sowie (nur 2004) als ORF-Bataillon im Kosovo verwendet. 2006 erfolgte die erneute Verwendung als 10. Kontingent ISAF und als ORF-Einheit auf dem Balkan.

2006 begann die Auflösung der Brigade mit der Außerdienststellung des Panzerbataillons 183 aus Boostedt und der Panzerpionierkompanie 510 aus Kellinghusen. Die Brigade und ihre Bataillone wurden zusammen mit ihrer übergeordneten Division Ende 2008 aufgelöst.

Der Außerdienststellungsappell wurde am 19. Juni 2008 in der Patenstadt Neumünster durchgeführt. Rund 700 Soldaten stellten das Nachkommando der Brigade, die bis zum Jahresende 2008 endgültig aufgelöst wurde. Der Namenszusatz „Holstein“ wurde dem Aufklärungsbataillon 6 in Eutin übertragen.

Unmittelbar vor der Auflösung wurde die Panzerbrigade 18 2007/2008 auf dem Balkan (KFOR-Einsatz 18. Kontingent, EUFOR-Einsatz 9. Kontingent) eingesetzt. Zuletzt waren dazu nur noch noch die Stabskompanie Panzerbrigade 18 Holstein (Boostedt), das Panzerartilleriebataillon 515 (Kellinghusen) und das Panzergrenadierbataillon 182 (Bad Segeberg) der Brigade unterstellt.