Rantzau-Kaserne

Eingang der Rantzau-Kaserne in Boostedt
Eingang der Rantzau-Kaserne in Boostedt

Die Boostedter Rantzau-Kaserne wurde am 3. Juni 1958 in Beisein von Ministerpräsident von Hassel an die Bundeswehr übergeben. In der Bauphase handelte es sich bei der Maßnahme um den seinerzeit größten Kasernenneubau in der BRD. 

Der erste Verband, der dort einzog, war das Panzerbataillon 13, das später in Panzerbataillon 183 umbenannt wurde. Ebenso das Panzergrenadierbataillon 46 (später in 182 umbenannt und Umzug nach Bad Segeberg) und die Instandsetzungskompanie 546 (später InstBtl 6) gehörten zu den ersten Verbänden der Kaserne.

Auf einer Fläche von 53,4 ha bieten knapp 40 Gebäude Platz für ca. 2.500 Soldaten.

Nach dem Bau und Bezug der Kaserne war die Boostedter Bevölkerung ihren Soldaten nicht von Anfang an gut gesinnt, es kam zu gewalttätigen Übergriffen, die erst nach diversen Veranstaltungen der Bundeswehr abgebaut werden konnten.

Ihren Namen erhielt die Kaserne "Rantzau-Kaserne" erst im Jahre 1966 in Erinnerung an das Adelsgeschlecht von Ratzau, die die Geschichte Schleswig-Holsteins in mehrerer Hinsicht prägten.

Zu Zeiten des Kalten Krieges waren in der Kaserne hauptsächlich die Panzerbrigade 18 und einige ihrer Verbände stationiert. Daneben waren ebenfalls Divisionstruppen wie die Drohnenbatterie 6 in dem Standort beheimatet.

Mit der Auflösung des Panzerbataillons 183 und der Panzerbrigade 18 zum Ende des Jahres 2008 wurden das Logistikbataillon 162 und das Instandsetzungsbataillon 166 (ehemals InstBtl 6 HEER) hier stationiert und damit war die Kaserne fest in der Hand der Streitkräftebasis.

Im Jahre 2011 gab das Bundesverteidigungsministerium bekannt, das der Standort BOOSTEDT mit Ausnahme des am Rande des Ortes liegenden Munitionsdepots komplett aufgelöst wird. Die beiden Verbände der Kaserne sind derzeit noch mit der Rückführung von Material aus Afghanistan beschäftigt. Bis Mitte 2015 wird der letzte Auftrag abgeschlossen sein, dann wickeln sich die Verbände im zweiten Halbjahr ab.

Erhalten bleibt außerdem der Standortübungsplatz. Wie die Kaserne nach Abzug der Truppe genutzt wird, ist derzeit noch unklar. Ein Workshop innerhalb der Gemeinde beschäftigt sich mit diesem Thema.

Bedingt durch den großen Strom an Flüchtlingen nach Deutschland wurde entscheiden, dass ab Januar 2015 vier Blocks aus der Kaserne ausgegliedert werden und als Erweiterungsfläche des Schleswig-Holsteinischen Landesamtes für Ausländerangelegenheiten / Aufnahmestelle für Aussiedler und Asylsuchende dient und 500 Personen Platz bietet, da die Unterkunft in der ehemaligen Scholtz-Kaserne total überfüllt ist zum jetzigen Zeitpunkt.