Chronik Nachschubkompanie 180

Der Inspekteur des Heeres befahl am 02.06.1972 die Umgliederung der 4./VersBtl 186 in die NschKp 180 als Brigadeeinheit.


Die STAN-Bezeichnung war zunächst NschKp 425t B. Im Zuge der Einnahme in die Heeresstruktur 4, wurde als neue Bezeichnung NschKp 350t B befohlen.


Die Stärke der Kompanie war:
F = 4/39/152//195
V = 4/56/241//301
+ 12 zivile Mitarbeiter

Die NschKp 180 wurde in jeder Beziehung der PzBrig 18 HOLSTEIN unterstellt. Die Offizierdienstposten wurden durch BMVg Abt. P besetzt. Unteroffiziere und Mannschaften der 4./VersBtl 186 standen für die Aufstellung der neuen Brigadeeinheit zur Verfügung. Aufstellungsort war die Sick-Kaserne in Neumünster. Aufstellungsdatum war der 01.10.1972.

Männer der ersten Stunden waren die heutigen Zivilbediensteten Karl-Otto Mielke und Ralf Baumann. Beide waren über 20 Jahre in der Kompanie. Herr Mielke wurde als StUffz vom VersBtl 186 übernommen. Herr Baumann kam als OGefr der Marine am 01.02.1973 in die Kompanie. Die zivile Schreibkraft der Kompanie Frau Marga Stäcker war seit dem 01.10.1973 auf ihrem Dienstposten eingesetzt. Sie feierte am 01.10.1993 ihr 20-jähriges Jubiläum in der Kompanie.

Erster noch aktiver Soldat der Kompanie ist der heutige Schirrmeister Hauptfeldwebel Hans-Werner Nünke, der ebenfalls einen Dienst seit dem 01.10.1973 in der Einheit versah.

Im Laufe der 21 Jahren als selbständige Brigadeeinheit der PzBrig 18 -HOLSTEIN- hat die Kompanie bei 60 Truppenübungsplatzaufenthalten in Bergen Truppenteile der Brigade bei Tag und Nacht versorgt. Nicht selten fuhren Transportsoldaten am späten Abend in weit entfernt liegende Depots um Ersatzteile für Kampffahrzeuge etc. zu besorgen, damit die Kampftruppe am frühen Morgen ihr Gerät einsatzbereit hatte. Während dieser Einsätze wurden in den frühen achtziger Jahren in den Teilversorgungspunkten bis zu 1,5 Mio. Liter Betriebsstoff umgeschlagen.


Um das Materiallager der Kompanie auf den Truppenübungsplatz zu verlegen, wurden 25 - 30 LKW 10to mit Anhänger bewegt. Zusätzlich zu den fast schon routinemäßigen Aufenthalten in Bergen, nahm die Kompanie an Natoübungen wie "BOLD GUARD" teil.

Des weiteren hat die Kompanie ca. 20 Schießplatzaufenthalte in Putlos, Ehra-Lessien oder Daaden bestritten. Auch die Versorgungsübung "BLAUER REITER" 1989 gehörte zu den zahlreichen Höhepunkten. Erwähnenswert sind auch die Ernteeinsätze bzw. der Einsatz während der Schneekatastrophe 1979/80. 10 Tage im Winter 79/80 waren Teile der Kompanie mit TA's bzw. FAG's im Einsatzraum Schleswig und Neumünster eingesetzt. Bevorratung der NschKp 180 Im "Materiallager" der Kompanie waren zeitweise ca. 35.000 Teile EVG/NVG von der Unterlegscheibe bis zum Leopardtriebwerk bevorratet. Munition von 5,6mm bis 120mm und Lenkflugkörper MILAN lagerten in der Standortmunitionsniederlage Boostedt.

Die Umstellung auf die neue Fahrzeuggeneration wurde in den Jahren 1978 - 1980 abgeschlossen. Im Jahre 1984 wurde die Nschkp 180 in der Zeit vom 28.11.84 bis 20.12.84 von der Sick-Kaserne in Neumünster in die Rantzau-Kaserne nach Boostedt verlegt.

Die NschKp 180 unterstützte seit 1980 das psychiatrische Behandlungszentrum Hahnknüll in Neumünster. Die gemeinsamen Veranstaltungen fanden in loser Folge statt und waren geprägt durch die Vielfalt der Unternehmungen und ein spannungsfreies Verhältnis zwischen Soldaten und Behinderten. 

Bis einschließlich 1991 wurde jeweils am 17. Juni ein großes Fußballturnier auf dem Sportplatz in der Roonstraße, Neumünster durchgeführt. An diesem Turnier nahmen jeweils viele Vereinsmannschaften, Hobbymannschaften und Mannschaften der Bundeswehr teil. Mit Wegfall des 17. Juni als Feiertag, endete auch die langjährige Geschichte dieses Fußballturniers.

Einen zusätzlichen, wohl einmaligen Rekord hatte die Kompanie Mitte der achtziger Jahre mit 120 Zeit- und Berufssoldaten in der Einheit. Seit Einführung der Ehrenzeichens der Bundeswehr im Jahre 1981
wurden genau 70 Soldaten der Kompanie ausgezeichnet.

Mit seiner gesamten Struktur, vor allem aber mit seinem Personal und-eigenem Material, war die NschKp 180 21 Jahre lang Garant für die Aufrechterhaltung der materiellen Einsatzbereitschaft der Panzerbrigade 18 -HOLSTEIN-.

Die Kompanie schied 1994 aus dem Kreis der Brigadeeinheiten aus und wurde als 2. Kompanie in das Nachschubbataillon 6 eingegliedert.