Chronik des Panzergrenadierbataillons 182

Am 1. Juli 1956 wurde das damalige Grenadierbataillon 11 in Lübeck, Waldersee-Kaserne, aufgestellt. Die ersten Soldaten (10 Offiziere, 241 Unteroffiziere und 82 Mannschaften) waren ehemalige BGS-Angehörige der II. Abteilung der Grenzschutzgruppe 7, Lübeck.

Am 24. August 1956 verlegt das Bataillon nach Hamburg-Rahlstedt in die Boehn-Kaserne. Es wurde der Kampfgruppe B1 der 1. Grenadierdivision zugeordnet. Der ursprüngliche Plan, das Bataillon in Hannover-Bothfeld zu stationieren, wurde verworfen.

Die ersten ungedienten Freiwilligen erhielten ihre Einberufung zum Bataillon im September 1956. Im täglichen Dienstbetrieb mussten hinsichtlich der Unterbringung, der Einkleidung, der Bewaffnung und Ausrüstung sowie der Ausbildung von jungen Soldaten viele Probleme gelöst werden. Oft wurde improvisiert. Die Soldaten der „ersten Stunde“ packten die neue Aufgabe mit viel Idealismus und Begeisterung an.

Bereits ein Jahr später, am 10. Oktober 1957 „eroberten“ (so die Segeberger Zeitung damals) die Rahlstedter Grenadiere die „Kalkberg-Stadt“. Nach der Übung „NORDWIND“ biwakierte das Bataillon auf der Rennkoppel. Mit einem Großen Zapfenstreich und Manöverbällen machte das Bataillon auf sich aufmerksam.

Personelle Abgaben für Neuaufstellungen hatte das Bataillon 1957 (Hamburg), 1958 (Flensburg) und 1959 (Seedorf) zu leisten.

Am 1. April 1958 verlegte das Bataillon von Hamburg nach Boostedt. Es wurde in Grenadierbataillon 46 umbenannt und der 6. Division unterstellt. Bereits ein ·Jahr später erhielt das Bataillon im Zuge der Neugliederung des Heeres seine jetzige Bezeichnung: Panzergrenadierbataillon 182. Im Rahmen der 6. Panzergrenadierdivision gehörte das Bataillon nun zur Panzerbrigade 18.

Nachdem das Bataillon ab März 1960 mit Schützenpanzern vom Typ HS 30 ausgestattet und die Ausbildung umgestellt worden war, verlegte das Bataillon nach Bad Segeberg in die neu gebaute Lettow-Vorbeck-Kaserne.

Am 13. Januar 1962 hielt das Bataillon mit einer Feldparade offiziell Einzug in seiner neuen Garnisonstadt. Die Namensgebung der Lettow-Vorbeck-Kaserne erfolgte am 30. Oktober 1964. In zahlreichen Manövern, Übungen und Lehrvorführungen musste das Bataillon Einsatzbereitschaft und Ausbildungsstand unter Beweis stellen.

Besonders erwähnenswert sind folgende Gefechts- bzw. Großverbandsübungen:

  • September 1959              „HOLD FAST" (Schleswig-Holstein)
  • November 1967               „BIG BRISK" (Bergen-Hohne)
  • März 1969                      „CROSS 69" (Dänemark)
  • September 1971              „BRICK STONE" (Schleswig-Holstein)
  • Oktober 1972                 „BRIEF RALLYE" (Bergen-Hohne)
  • April 1974                      „BRIGADE FROST 74" (Dänemark) + „GRÜNE ROBBE" (Schleswig-Holstein)
  • September 1974             „BOLD GUARD" (Schleswig-Holstein)
  • November 1975              „BRISK FRAY" (Bergen-Hohne)

 

Die Verbundenheit des Bataillons zur Bevölkerung kommt in langjährigen Patenschaftsverhältnissen zu Gemeinden, Städten und Institutionen des Landes zwischen den Meeren zum Ausdruck. Durch gegenseitige Besuche bei Festen und feierlichen Veranstaltungen und durch Teilnahme von Vertretern der Patengemeinden am Dienstbetrieb der Kompanien wurde das freundschaftliche Verhältnis gefestigt und durch Patenschaftsurkunden besiegelt.

Folgende Patenschaften bestanden:

  • 1. Kp                     Garbek
  • 2. Kp                     Wahlstedt
  • 3. Kp                     Elmenhorst
  • 4. Kp                     Bargfeld-Stegen
  • 5. Kp                     Kisdorf
  • AusbKp 9/6        Sonderhort Bad Segeberg

 

Im April 1973 rüstete das Bataillon auf den Schützenpanzer MARDER um. Es war damit nicht nur eines der ältesten, sondern auch der bestausgerüsteten Panzergrenadierbataillone des Heeres. Das Bataillon verfügte über

  • 1 Stabs- und Versorgungskompanie
  • 3 Panzergrenadierkompanien
  • 1 Panzermörserkompanie
  • und der unterstellten Ausbildungskompanie 9/6.

Die neuen Fahrzeuge wurden vom Bataillon feierlich in Empfang genommen und der Schützenpanzer des Kommandeurs offiziell vom Bügervorsteher Dr. Dolling auf den Namen Louis Ferdinand getauft, was dem Vornamen des Kommandeurs,
Oberstleutnant Sauvants, entsprach. Die Umschulung der Führer und Unterführer des Bataillons auf das neue Gefechtsfahrzeug fand in Hamburg-Wentorf statt, wo Marder bereits seit längerer Zeit vorhanden waren. Die Ausbildung dauerte 14 Tage. Die Umrüstung wurde auch umgehend heraldisch im Bataillonswappen umgesetzt, so dass seit 1973 nicht mehr der HS 30 sondern der Schützenpanzer Marder in Querfahrt von links im weißen Nesselblatt auf grünem Grund zu erkennen ist.

Im September 1974 fand freilaufend in ganz Schleswig-Holstein das Manöver „Bold Guard" statt. Die Übung wurde von Generalleutnant Schwiedenthal, dem Befehlshaber der alliierten Landstreitkräfte in Schleswig-Holstein und Jütland geleitet und hatte eine Gliederung der Übungstruppe in zwei Parteien zur Grundlage. 

Hierbei waren drei Nationen beteiligt:
Deutschland mit der 6. Panzergrenadier- und der 3. Panzerdivision mit insgesamt 26.000 Soldaten, Dänemark mit der Jütlanddivision in Stärke von 7 .000 Soldaten und Großbritannien mit einem Kontingent von weiteren 7.000 Mann.94 Die Übung beinhaltete zwei Besonderheiten: eine Luftlandung von 600 britischen Fallschirmjägern am Nord-Ostsee-Kanal zur Verstärkung der Verteidiger und die Anlandung eines verstärkten Panzergrenadierbataillons am Weißenhäuser Strand, welche durch das Panzergrenadierbataillon 182 und Teile des Panzerbataillons 183 durchgeführt wurde. Nach einer „Bilderbuch-Landung" griff das Panzergrenadierbataillon 182 als orangener Verband gegen die blauen Kräfte, in diesem Bereich geführt vom Heimatschutzkommando 13, an. Es gelang dabei den orangenen Kräften, auf der Grenze zwischen zwei blauen Verbänden angreifend vorzustoßen und so den feindlichen Gefechtsstand direkt zu bedrohen, wobei jedoch die blauen Panzeraufklärer die orangene Mörserkompanie gefangen nehmen konnten. An dieser Stelle wurde die Übung von der Leitung unterbrochen, um die Verteidigung des Heimatschutzkommandos 13 unter geordneten Verhältnissen fortführen zu können. Oberstleutnant Seiffert bewertete die Leistung seiner Soldaten als sehr gut und gewährte nach dem Manöver zwei Tage Sonderurlaub. Die Übung fand, wie bei einer derartigen Großveranstaltung nicht anders zu erwarten, großes Interesse in der Öffentlichkeit. So wurde die Landungsoperation vom Schleswig-Holsteinischen Landtagspräsidenten Dr. Lemke und vom Hamburger Ersten Bürgermeister Peter Schulz
begutachtet. Hierzu gesellten sich außerdem sechs Fahrzeuge der sowjetischen Militärmission, die als ungebetene Gäste Jedoch nur von außerhalb des militärischen Bereichs observieren durften.

Eine neue Ausbildungs- und Übungsmöglichkeit, ohne die Nachteile der feindlichen Spionage, Zersetzung und das Entstehen kostspieliger Manöverschäden, bot sich in Kanada. Auf dem Truppenübungsplatz Shilo in der Provinz Manitoba hielt das Panzergrenadierbataillon 182 zusammen mit weiteren Kräften der Brigade im August 1976 eine Übung ab. Aufgrund der Größe des Geländes ließen sich in Shilo Übungen im Rahmen von zwei Bataillonen im scharfen Schuss abhalten, was in dieser Form auf keinem bundesdeutschen Übungsplatz möglich war. Die Truppenteile, die in Kanada beübt wurden, verblieben normalerweise drei Wochen dort, wobei ein Wochenende dem Kennenlernen von Land und Leuten vorbehalten blieb. 

Am 13. Oktober 1976 übergab Oberstleutnant Seiffert das Kommando an Oberstleutnant Jürgen von Falkenhayn und wurde in den Stab des 1. Korps nach Münster versetzt. Sein Nachfolger war zuvor Hörsaalleiter an der Heeresoffizierschule, Kompaniechef in Göttingen, Hilfsreferent im Führungsstab des Heeres und zuletzt im Stab der Panzergrenadierbrigade 16 eingesetzt gewesen.

Im Januar 1978 befand sich das Bataillon erneut auf dem Truppenübungsplatz Sennelager. Der Aufenthalt dort dauerte zwei Wochen und wurde im wesentlichen zum Schießen genutzt, wobei am Ende des Aufenthalts eine Kompaniebesichtigung stattfand. Die Übungstätigkeit verlief dabei anscheinend reibungslos, doch eine Tat zweier Soldaten außerhalb des Übungsplatzes erregte höchstes öffentliches Aufsehen.

Am Tag der Ankunft, einem Sonntag, entlud die Truppe die Schützenpanzer, die per Bahntransport nach Sennelager gelangten. Den Rest des Tages verbrachten die Soldaten mit dem Beziehen der Unterkünfte und Vorbereitungen auf den folgenden Montag, als ersten Schießtag. Zwei Wehrpflichtige kamen nun, nachdem sie reichlich getrunken hatten, auf die Idee, sich einen der abgestellten Schützenpanzer auszuleihen und eine Spritztour durch die Umgebung zu unternehmen. Sie bewegten sich so im weiteren Verlauf des Abends über Landstraßen, Bundesstraßen und schließlich die Autobahn vom Übungsplatz in Richtung Hannover. Einem Großaufgebot der Polizei gelang es zunächst nicht, das entwendete Fahrzeug zu stoppen, da sie es nicht wagte, einen Polizeiwagen dem Panzer in den Weg zu stellen. Sie sperrte lediglich die Route des Panzers ab, um eine Gefährdung weiterer Kraftfahrer zu verhindern.

Erst nach etwa 200 km endete die Fahrt, als ein Polizist sich dem Panzer mit einer Winkerkelle in den Weg stellte. Die beiden Wehrpflichtigen wurden zudem von Feldjägern in Empfang genommen. Der Fahrer erhielt einen Disziplinararrest von 14 Tagen, der andere Soldat hatte sieben Tage in Disziplinararrest zu verbringen.

Das Jahr 1979 begann mit einem außergewöhnlichen Einsatz. Der Winter 1978/79 brachte große Schneemassen mit sich, die durch Schneeverwehungen den zivilen Verkehr gänzlich zum Erliegen brachten. Das Panzergrenadierbataillon 182 wurde mit Masse im Kreis Schleswig-Flensburg eingesetzt. Die Aufgabe des Verbandes war hier das Räumen von Straßen, der Transport von lebensnotwendigen Gütern und das Befreien von eingeschneiten Zivilfahrzeugen. Auch ein Zug der Bundesbahn auf der Linie Kiel-Flensburg musste freigeschaufelt und die Insassen abtransportiert werden . Der Einsatzraum des Bataillons war eigentlich die B201 von Schleswig nach Kappeln.

Im Februar, direkt nach einem Truppenübungsplatzaufenthalt schloss sich direkt ein zweiter Hilfseinsatz wegen erneutem starken Schneefall an.

Als Dank für den Einsatz der Bundeswehr im Rahmen der Katastrophenhilfe verlieh der schleswig-holsteinische Ministerpräsident, Gerhard Stoltenberg, am 8. Juni 1979 im Rahmen eines großen Zapfenstreichs in Eutin zehn verdienten Verbänden das Fahnenband des Landes Schleswig-Holstein in den Farben blau-weiß-rot. Aus dem Bereich der Panzerbrigade 18 erhielten das Panzergrenadierbataillon 182, das Panzerbataillon 184 und das Panzerartilleriebataillon 185 diese besondere Ehrung.

Zu größeren Veränderungen im Standortbereich kam es in Folge der Heeresstruktur 4, die ab 1980 umgesetzt wurde. Die neue Struktur sah für eine Panzerbrigade ein zusätzliches Panzerbataillon vor, was ab 1981 mit der Aufstellung des Panzerbataillons 181 im Rahmen der Panzerbrigade 18 umgesetzt wurde. Das Panzerbataillon 181 bestand aus einer gekaderten Stabs- und Versorgungskompanie, der 1./181, einer Panzergrenadierkompanie (2./181) und mit 3./- und 4. Kompanie noch zwei Panzerkompanien. Hierbei waren die jeweiligen Kampfkompanien im Frieden einem aktiven Bataillon unterstellt. So waren die 3./- und 4. Kompanie den Panzerbataillonen 183 und 184 in Boostedt zugehörig, während die 2. Kompanie dem Panzergrenadierbataillon 182 in Bad Segeberg beigeordnet wurde. In der Praxis gewann damit das Panzergrenadierbataillon 182 im Frieden eine Kompanie hinzu. Die 2./181 wurde bei der nächsten Heeresstrukturreform 1992 dem Bataillon direkt als 5./182 unterstellt.

Am 9. September 1980 erhielten die Soldaten im Panzergrenadierbataillon 182 eine neue Kopfbedeckung. Nachdem andere Truppengattungen bereits seit mehr als zehn Jahren mit einem Barett versehen waren, erhielten nun auch die Panzergrenadiere ein Barett. Es trägt die grüne Waffenfarbe der Truppengattung und ein Emblem, das einen Schützenpanzer und darunter zwei gekreuzte Gewehre zeigt. Zu seiner Einführung übergab der Kommandeur, Oberstleutnant Herrmann, je ein Barett an den jüngsten und an den ältesten Soldaten seines Bataillons.

Den Höhepunkt der Ausbildung des Jahres 1982 bildete die Übung "Bold Guard 82", die im September stattfand. Unter der Leitung des Kommandeurs der alliierten Streitkräfte in Schleswig-Holstein und Jütland übten hier Soldaten aus vier Nationen: deutsche Soldaten der 6. Panzergrenadierdivision, dänische Soldaten der Jütlanddivision sowie britische und holländische Einheiten.

Im Oktober 1983 wurde eine Divisionsgefechtsübung namens „Brisk Fray" in Ostholstein durchgeführt. Hier nahmen 12.000 Soldaten aus drei Nationen mit 650 Ketten- und 1.300 Radfahrzeugen teil. Die Panzerbrigade 18 war Teil der blauen Übungstruppe. Oberstleutnant Sachau führte während dieser Übung nicht nur das Bataillon, sondern wies auch zivile Besucher in die Übung ein und erkundete selbst auf einem Fahrrad das Gelände, wobei er einmal der Gefangennahme durch rote Kräfte nur knapp entging.

Im Februar 1984 nahm das Bataillon erneut an der Übung „Brigade Frost" in OksböI teil, wo gemeinsam mit dänischen Verbänden geübt wurde. Die Übung fand unter Beteiligung von Luftwaffe und Flugabwehreinheiten statt. Bei der Rückkehr an den Heimatstandort ereignete sich ein Unfall beim Entladen der Schützenpanzer von den Transportwaggons . Ein Marder kam seitwärts vom Waggon ab und kippte auf die rechte Seite. Der Vorfall blieb
für Mensch und Material ohne Folgen. 

Im August 1984 folgte erneut ein Übungsplatzaufenthalt auf dem Truppenübungsplatz Shilo in Kanada.

Im November 1985 veranstaltete das Bataillon ein öffentliches Gelöbnis im Kalkbergstadion. Im Gegensatz zu 1980 löste dieses Gelöbnis keine vorherige öffentliche Diskussion mehr aus. Als zivile Rednerin erschien die Bürgervorsteherin der Stadt Bad Segeberg, Frau Damm.

Ein Höhepunkt der Übungstätigkeiten des Jahres 1986 war das Manöver „Bold Guard" im September. Hierbei waren die 6. Panzergrenadierdivision, die dänische Jütlanddivision, die US-amerikanische 9. lnfanteriedivision, die britisch-niederländische Landing Force sowie die britische erste Brigade beteiligt. Am Standort wurde deshalb auch das 1 st Bataillon Royal Hampshire Regiment aufgenommen, das von militärischer und ziviler Seite freundschaftlich begrüßt wurde.153 Das Panzergrenadierbataillon 182 war so eingebunden, dass es zunächst im Bereich Bad Bramstedt und 
Wiemersdorf verteidigte. Nach erfolgtem Angriff der Gegenseite musste es ausweichen, wurde von eigenen Kräften aufgenommen und bezog einen Verfügungsraum nördlich des Nord-Ostsee-Kanals. Aus dem Verfügungsraum heraus führte das Bataillon danach einen Gegenangriff durch, wobei der Nord-Ostsee-Kanal mit Pionierunterstützung überwunden wurde. Ein Manöver vergleichbarer Größe hat hierauf in Schleswig-Holstein nicht mehr stattgefunden.

Der Zeitraum der Wiedervereinigung war allgemein von großen Unsicherheiten gekennzeichnet. Die Bundesrepublik war nun mit einer neuen sicherheitspolitischen Lage konfrontiert, die zwangsläufig Auswirkungen auf die Bundeswehr haben musste. Vor 1989 war es noch die Absicht der Bundeswehrführung die Wehrdienstzeit von 15 auf 18 Monate zu verlängern und verstärkt Reservisten zu Wehrübungen heranzuziehen, da der Umfang der einzuziehenden Geburtenjahrgänge stark abgenommen hatte. Nach erfolgter Wiedervereinigung zeigte sich natürlich ein gänzlich anderes Lagebild, auch die Rekrutenzahlen betreffend. Jetzt gab es ausreichend Wehrpflichtige, so dass die Grundwehrdienstzeit auf zwölf Monate verkürzt werden konnte.

Zudem fand nach 1990 ein umfangreicher Abbau der aktiven Truppenstärke und der Zahl der aktiven Verbände statt. Im Rahmen der Heeresstruktur 5 wurden die Anzahl der aktiven Kampftruppenverbände nun reduziert, indem jeweils zwei Bataillone so zusammengefasst wurden, dass eines als „Stammbataillon" und das andere als „Aufwuchsbataillon" geführt wurde. Das Stammbataillon blieb aktives Bataillon und gewann sogar noch an Stärke dazu . Das Aufwuchsbataillon hingegen war ein nicht aktiver Verband, der aus Reservisten bestand, und nur im Verteidigungsfall aktiviert werden sollte. Hierbei war rasch klar, dass das Panzergrenadierbataillon 182 mit dem Panzergrenadierbataillon 172 aus Lübeck zu einem solchen Verbund zusammengeschlossen werden sollte.

Im Vorfeld der Entscheidung, welches der beiden Bataillone geschlossen werden sollte, besuchte der Kommandeur der 6. Panzergrenadierdivision, Generalmajor von Falkenhayn , ehemaliger Bataillonskommandeur in Bad Segeberg von 1976 bis 1978, beide Bataillone. Er überzeugte sich vor Ort von der Leistungsfähigkeit der Verbände und sprach mit Kompaniechefs, Kompaniefeldwebeln und den Vertrauenspersonen . Die Entscheidung fiel letztlich zugunsten des Panzergrenadierbataillons 182 aus.

Somit wurde es am Standort Bad Segeberg voll; fast 400 Fahrzeuge und knapp 1000 Soldaten hatten hier nun ihre militärische Heimat.

Im Zuge der Wiedervereinigung kam es zu einigen Kontakten mit NVA Angehörigen und entsprechenden Besuchen in NVA Liegenschaften.

Am 1.Oktober 1992 wurde die Fusion der beiden Panzergrenadierbataillone 172/182 vollzogen, während 182 gleichzeitig die Heeresstruktur 5 einnahm. Daneben wurde die 2./PzBtl 181 als 5./182 dem Bataillon unterstellt. Da die SPz Marder des Panzergrenadierbataillons bereits kampfwertgesteigert waren auf Version 1A3, sorgte deren Übernahme bei 182 für eine Modernisierung. Die restlichen SPz wurden bis Mitte der 1990er Jahre sukzessive umgerüstet.

Die Jahre 1992 und 1993 waren durch diverse Übungen geprägt. Als Highlight ist die NATO Übung „Bold Grouse“ 1992 in Dänemark zu erwähnen. Im März 1994 gingen Berichte über mangelnde Übungsmunition in der Bundeswehr durch die Presse. Aufgrund von finanziellen Engpässen erhielten die Soldaten auch im Panzergrenadierbataillon 182 keine oder sehr wenig Übungsmunition und sollten die Schussgeräusche selbst durch „Peng"-Rufe darstellen, was im Bereich der Truppe für erheblichen Unmut sorgte.

Im September 1995 fand ein Gelöbnis von 600 Rekruten in Bargfeld-Steegen, der Patengemeinde der 4. Kompanie statt. Das Gelöbnis wurde anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Patenschaft durchgeführt und war zugleich Teil der 800-Jahr-Feier der Gemeinde. Im Juni 1996 fand in Bad Segeberg eine KSE-Inspektion statt. Gemäß dem KSE-Vertrag von 1992 finden zwischen den europäischen Staaten gegenseitige Inspektionen von militärischem Großgerät statt, um den Umfang der Streitkräfte überwachen zu können . Mit diesem Abkommen sollten die Zustände des Kalten Kriegs überwunden werden.

Nach einem Truppenübungsplatzaufenthalt im kanadischen SHILO der 3./ und 4./ standen im Sommer 1996 auch die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen des Bataillons an. Als Geschenk an die Stadt wurde am Seminarweg durch die Soldaten ein Brunnen mit Wappen des Bataillons gebaut. Im Februar 1997 wurde auf dem Truppenübungsplatz Bergen die letzte Übung der 6. Panzergrenadierdivision durchgeführt, an der auch das Panzergrenadierbataillon 182 beteiligt war. Im August 1997 wurde das Panzergrenadierbataillon 182 im Rahmen des Einsatzverbands Holstein im Bereich von Seelow im Rahmen der Katastrophenhilfe aufgrund des Oder-Hochwassers eingesetzt.

Im ersten Quartal 1998 stand die Grundausbildung der 3. Kompanie unter besonderer Beobachtung. Ein Rekrut wurde hier nämlich von einem Kamerateam des NDR begleitet, um in einer Reportage den Alltag in der Grundausbildung zu dokumentieren. Die entstandene Sendung wurde am 06. März 1998 in der Reihe ARD-exklusiv mit dem Titel „Mamas Liebling geht zum Bund“ ausgestrahlt.

Im Frühjahr 1999 zeichnete sich im Kosovo eine internationale Krise ab, die schließlich in den Kosovo-Krieg münden sollte. Das Panzergrenadierbataillon 182 war an Vorbereitungen für den internationalen Einsatz der Nato im Kosovo beteiligt, indem es mit eigenen Kräften die Ausbildung der Kameraden anderer Verbände, welche in den Kosovo verlegen sollten, unterstützte.

Im Mai und Juni desgleichen Jahres erhielt das Bataillon erneut den Auftrag , den Ausbildungsbetrieb für andere Verbände zu übernehmen, die in den Kosovo-Einsatz gingen . Diesmal fand die Ausbildung auf den Truppenübungsplätzen Munster und Bergen statt und verlangte den Einsatz aller Teile des Bataillons bis auf die 6. Kompanie und einen Wachzug.Geplante Ausbildungs- und Übungsvorhaben fielen aufgrund der Abstellung zur einsatzvorbereitenden Ausbildung im Jahr 1999 aus. Im Juli 1999 leistete das Bataillon noch einen Einsatz besonderer Art. Am 30.Juni hatte ein Brand im Kalkbergstadion die Kulisse der Karl-May Festspiele stark beschädigt. Innerhalb von zwei Tagen gelang es daraufhin mit Hilfe des Bataillons und von zivilen Kräften, die Bühne der Festspiele notdürftig so wiederherzurichten , dass die Vorführungen fortgesetzt werden konnten.

Das Jahr 2000 war das letzte Jahr, in dem die Panzergrenadierausbildung des Bataillons derart im Vordergrund stand und unbeeinträchtigt von anderen Aufträgen oder Ressourcenknappheit durchgeführt werden konnte. Die folgenden Jahre führten zu einer zunehmenden Einbindung des Verbandes in die Einsätze oder die einsatzbezogene Ausbildung der Bundeswehr beziehungsweise des Heeres. Schon im darauffolgenden Jahr stand für das Bataillon der erste Auslandseinsatz als SFOR im ehemaligen Jugoslawien an.

Im August 2002 befand sich das Panzergrenadierbataillon 182 nach 1997 wieder im Hochwassereinsatz, diesmal an der Elbe. Das Bataillon war hierbei mit einer Stärke von 615 Mann im Rahmen der Brigade ab dem 18. August an der Sude, einem Nebenfluss der Elbe in Mecklenburg im Bereich der Ortschaften Besitz und Teldow eingesetzt. Im Anschluss an die Fluthilfe unterstützte das Bataillon mit Teilen aus allen Kompanien die Truppenwehrübung mit Volltruppe des Panzergrenadierbataillons 172, die in der ersten Septemberwoche 2002 stattfand und zum Wiedersehen mit vielen ehemaligen Soldaten des Bataillons führte, die als Reservisten beim Bad Segeberger Aufwuchsbataillon eingeplant waren. Mit diversen Truppenübungsplatzbesuchen in ganz Deutschland wurden zwischen den Auslandseinsätzen 2001 und 2004 die Fähigkeiten des Bataillons im Gefecht der verbundenen Waffen voll wiederhergestellt.

Die zweite Hälfte des Jahres 2003 war geprägt von der einsatzvorbereitenden Ausbildung für die 2./-, 3./- und Teile der 1. Kompanie, die im ersten Halbjahr 2004 Teil des ISAF Kontingents waren. Der Auslandseinsatz mit einer Dauer von sechs Monaten begann im Januar 2004. 187 der 500 aus der Panzerbrigade 18 „Holstein" stammenden Soldaten waren Angehörige des Panzergrenadierbataillon 182 aus Bad Segeberg. Unter dem Dach der Kabul Multinational Brigade unter der Führung des kanadischen Brigadegenerals Lacroix wurde das 5. deutsche Einsatzkontingent von Oberst Udo Meyer, dem stellvertretenden Kommandeur der Panzerbrigade 18 Holstein, geführt. Die deutsche Sattle Group261 bestehend aus Soldaten der Panzergrenadiertruppe aus Bad Segeberg und der Panzertruppe aus Boostedt, wurde ergänzt von Panzeraufklärern aus Eutin und Pionieren aus Kellinghusen. Das Kommando über die deutsche Sattle Group hatte Oberstleutnant Schönrade. Der Einsatz der Soldaten des Panzergrenadierbataillons 182 stand nach dem Anschlag auf einen mit deutschen Soldaten besetzten Bus in Kabul unter einer veränderten Sicherheitslage. Auch die Bundeswehr stellte nun ein potentielles Ziel für Anschläge der Taliban und Al Qaida dar. Nach bestandenem Einsatz kehrten alle Soldaten der Panzerbrigade 18 „Holstein" unversehrt nach Hause zu ihren Familien zurück.

Im Jahre 2004 wurde im Rahmen der Transformation der Bundeswehr beschlossen, die Panzerbrigade 18 und die meisten ihrer Verbände mit Ablauf des Jahres 2008 aufzulösen. Ein Schock für die letzte Brigade in Schleswig-Holstein.

Rasch nach diesem Befehl wurde die reguläre Panzergrenadierausbildung mit einem Übungsplatzaufenthalt der 2. Kompanie im März und April 2005 eingestellt. Das Bataillone hatte bis zu seiner Auflösung diverse Aufträge und Einsatzverpflichtungen zu erfüllen. Bereits im Sommer 2005 wurden die SPz Marder abgesteuert, der Schwerpunkt lag nun allein auf einer Ausbildung, die auf die bevorstehenden Auslandseinsätze hin ausgerichtet war, wie sie 2006 im Zuge des ORF-Auftrages für die 3. Kompanie und 2007 im Rahmen des KFOR-Einsatzes für die 2. und 4. Kompanie geplant waren.

Im Februar 2006 hatte das Bataillon dann noch zeitgleich für etwas über eine Woche einen Einsatz auf der Insel Rügen zur Eindämmung der Vogelgrippe zu leiten.

Hatte das Bataillon im Jahr 2006 nur als „Truppensteller“ für die Einsätze der Brigade gedient, zeichnete sich bereits im Jahr 2006 ab, dass durch die Masse des Bataillons inklusive der Bataillonsführung im Jahr 2007 noch vor der Auflösung ein letzter Einsatz als Einsatzbataillon des 18. DEU Kontingents KFOR zu schultern war.

Mitten in der planerischen Vorarbeit für die einsatzvorbereitende Ausbildung wurde das Bataillon durch den so genannten „Totenkopfskandal“ überrascht. Im Laufe des Oktobers 2006 waren Photos aus dem Afghanistaneinsatz in der Boulevardpresse und den Medien aufgetaucht, die deutsche Soldaten mit Skelettteilen zeigten. Es stellte sich heraus, dass auch Soldaten des Panzergrenadierbataillons 182 im ISAF Einsatz 2004 auf solchen Photos zu sehen waren. Diese Tatsache zog umfangreiche Ermittlungen nach sich und führte zur zeitweiligen Suspendierung der betroffenen Soldaten.

Am 28.06.2008 wurden die Soldaten des Einsatzbataillons durch einen feierlichen Appell auf dem Landesturnierplatz in Bad Segeberg durch den Brigadekommandeur, den Divisionskommandeur und den Landtagspräsidenten von Schleswig-Holstein Herrn Martin Kayenburg verabschiedet. Bei seiner Ansprache betonte der Landtagspräsident insbesondere die Verantwortung der Politik, die  letztendlich durch ihr Mandat deutsche Soldaten in den Einsatz schickt.

Parallel zu einsatzvorbereitender Ausbildung und Auslandseinsatz wurde in Bad Segeberg in der 6. Kompanie weiter in jedem Quartal eine Allgemeine Grundausbildung durchgeführt. Zudem wurden die verbliebenen Kräfte aller anderen Kompanien in der von der 3./PzGrenBtl 182 geführten Nachkommandokompanie zusammengefasst, die den Standortbetrieb aufrechterhielt. Das Nachkommando unter Major Sommer bewerkstelligte so die Herausforderungen wie Grundausbildung für andere Truppenteile und das Vorantreiben der Auflösung des Standortes bei geringen Kräften vor Ort. Die Rückkehr der Einsatzkompanien und Zusammenführung des Bataillons wurde unter Anwesenheit des Divisionskommandeurs Brigadegeneral Goebel am 13. März 2008 in Kisdorf in einem großen Appell begangen, der ein öffentliches Gelöbnis der 6./PzGrenBtl 182 mit dem Empfang der Rückkehrer verband.

In einem feierlichem Appell in der Lettow-Vorbeck-Kaserne mit anschließender Serenade wurden am 28.03.2008 in einem Verabschiedungsappell die stets gepflegten Patenschaften mit den Patengemeinden der Kompanien durch Rückgabe der Patenschaftsurkunden und die 3./-, 4./- und 5. Kompanie offiziell aufgelöst. Die Patenschaften waren ein deutliches Zeichen der Verbundenheit der Bevölkerung mit ihren Holsteiner Grenadieren gewesen. Die Integration der Soldaten des Bataillons spiegelte sich auch darin wider, dass viele ehemalige Soldaten des Bataillons sich gesellschaftlich und politisch in der Region engagierten. Das bekannteste Beispiel dürfte Herr Staatssekretär a.D. Peter Kurt Würzbach sein, der lange Jahre das Amt des Bürgermeisters von Klein Rönnau bekleidete und schließlich Mitglied des Bundestages und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Verteidigung gewesen war.

Ein letztes Mal stand am 28.03.2008 ein fast geschlossenes Bataillon auf dem Appellplatz der Lettow-Vorbeck-Kaserne. Zahlreiche Gäste, Ehemalige und Vertreter aus Politik und öffentlichem Leben waren der Einladung gefolgt. Der Verabschiedungsappell am 28.03.2008 berührte die vielen anwesenden Gäste und Ehemaligen auch emotional. Der Kommandeur nutzte diese letzte Gelegenheit auch um langjährige treue Freunde und Gönner des Bataillons mit der goldenen Ehrennadel des Verbands auszuzeichnen. Der würdige Abschluss dieses denkwürdigen Tages bildete die Serenade des Wehrbereichsmusikkorps 1 in den Abendstunden . Im Rahmen des Auflösungsappells der Panzerbrigade 18 HOLSTEIN am 19.06.2008 wurde im Beisein des Stellvertretenden Inspekteur des Heeres Generalleutnant Weiler und des Befehlshabers Heeresführungskommando Generalleutnant Otto auch das Panzergrenadierbataillon 182 offiziell außer Dienst gestellt und die altehrwürdige Truppenfahne des Verbandes eingerollt.

Heute hält die Vereinigung Ehemaliger 182er die Erinnerungen an das Bataillon wach und ist gleichzeitig die Anlaufstelle für Ehemalige. Weiterhin gibt es im Rathaus von Bad Segeberg ein Zimmer, das an das Bataillon erinnern soll.